Das Wort Netzspinne entstand im Berliner Sprachgebrauch und ist in das Jahr 1914 zurückzuführen. Die Art einen Liniennetzplan zu gestalten, der übersichtlich sein sollte, stellte die Zeichner vor eine große Herausforderung. Man mußte auf topographische Genauigkeit verzichten, um eine Großstadt mit ihren Verkehrsverbindungen auf eine kleine Karte zu bannen. Deshalb kam der Engländer Harry Beck auf die Idee, einen schematischen Plan zu entwerfen. Dieser verband die einzelnen Stationen im Nahverkehrssystem einer Großstadt in waagerechten, senkrechten und diagonalen Linien. So kann man schnell erkennen, in welche Himmelsrichtung eine S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn oder auch eine Bus-Linie führt. Knoten verbinden diese Linien und zeigen die Umsteigemöglichkeiten an. Schließlich enden oder kreuzen diese Linien fast immer das Zentrum einer Stadt, sodaß der Eindruck entstehen kann, daß dies ein Spinnennetz sei. Die Spinne lauert meist im Zentrum ihres Netztes auf Beute. So ist die Parallele zum Stadtzentrum perfekt. Denn dieses wartet auch nur darauf, von den Touristen erreicht zu werden. Den Rest kann sich ja jeder dazu - spinnen. ;-)